#DHd2016

Ein visueller Konferenzbericht

Vom 07. bis 12. März 2016 fand in Leipzig die 3. Tagung DHd2016 (Digital humanities im deutschsprachigen Raum) statt. Übergreifendes Thema der Veranstaltung war "Modellierung - Vernetzung – Visualisierung: Die Digital Humanities als fächerübergreifendes Forschungsparadigma”. Mit rund 460 TeilnehmerInnen, einer großen Bandbreite an Vorträgen, Panels und Workshops zum Leitthema und einem vielfältig organisierten Rahmenprogramm bot die DHd spannende Einblicke in unterschiedliche Projekte, vermittelte neue Fertigkeiten und bot Gelegenheiten zur kritischen Diskussion in offiziellem Rahmen und in den Begegnungen in Pausen und zusätzlichen Veranstaltungen.

Auch in unserer heutigen Zeit der digitalen Vernetzung haben wissenschaftliche Tagungen ihre Bedeutung als wichtige Plattform zur Vorstellung von Forschungsergebnissen, Ideen und Methodiken, zum Informationsaustausch und zur angeregten Diskussion von wissenschaftlichen Fragestellungen nicht verloren. Durch neue digitale Services hat sich die Kommunikation hier aber auch erweitert. Der Austausch findet nun nicht mehr nur von Angesicht zu Angesicht statt, sondern parallel auch auf anderen Kanälen. Als besonders prominenter Kommunikationskanal ist hier der Microblogging-Dienst Twitter zu nennen. Untenstehende Liste vermittelt einen Eindruck von der Aktivität der Top-Tweeter während der Konferenz.

Neben dem schnellen Informationsaustausch während eines Ereignisses eröffnet Twitter aber auch die Möglichkeit, sich im Nachhinein dem Geschehen anzunähern. Unter dem Hashtag #dhd2016 sind über die Twitter Search API über 4000 Tweets zu der Tagung auffindbar. Ein reichhaltiges Archiv also, das verspricht, einen Eindruck zu vermitteln von der Rezeption der einzelnen Programmpunkte, den Diskussionen, die die Teilnehmer beschäftigten und den Beobachtungen, die gemacht wurden.

Wie aber gewinnt man einen Überblick über 4000 Tweets? Wie entdeckt man möglicherweise Muster in den Daten, die zunächst gar nicht offenbar waren bei der Lektüre der Tweets? Ganz im Sinne des Leitthemas der Tagung verspricht Datenvisualisierung durch die Repräsentation verschiedener Datenmodelle eine Exploration des umfangreichen Datensatzes.

Dieser Artikel versteht sich als eine Art visueller Konferenzbericht, der die Gesamtzahl der während der Tagungswoche verfassten Tweets in verschiedenen visuellen Sichten, sowohl "distant" als auch "close" interaktiv zugänglich machen möchte.

Tweets mit bleibendem Eindruck

Welche Tweets bekamen am meisten Aufmerksamkeit? Untenstehende Darstellung zeigt die drei am meisten geretweeteten Tweets.

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Die ganze Tagung auf einen Blick

Zu welchen Zeiten wurde am meisten getweetet? Welche Themen bewegten die Teilnehmer? Die Visualisierung zeigt die Aktivität über die gesamte Zeit der Konferenz aufgeteilt in Stunden. Die dreißig am meisten verwendeten Substantive sind im unteren Bereich aufgeführt. Hovert man über sie, erfährt man, wann diese Substantive jeweils in Tweets auftauchten.

Alle Konversationen auf der Tagung

Die Visualisierung zeigt alle während der Tagung stattfindenden Gespräche auf Twitter als kleine Netzwerke. Der Gesprächsbeginn ist jeweils in rot hervorgehoben. Hovert man über die Knoten, kann man jeweils nachvollziehen, über was gesprochen wurde.

Das DHd-Fotoalbum

Etwa 300 Fotos wurden während der Konferenz angenommen und über Twitter geteilt. Hier sind die Fotos in einer Übersicht dargestellt. Klickt man eines der Thumbnails an, wird das Foto groß und mit dem dazugehörigen Tweet angezeigt.

Daten und Hintergrund

Für dieses Projekt wurde mithilfe des Google Sheets Templates TAGS ein Twitter-Archiv für die Konferenz angelegt. Dieses Template greift auf die Twitter Search API zu und speichert alle Tweets, die zu einem auswählbaren Hashtag geschrieben wurden. Der Datensatz, der mit jedem zusätzlichen Tweet, der unter dem Hashtag #dhd2016 getweetet wird, zunimmt, wurde am 17.03.2016 abgerufen. Die Website, die Visualisierungen und Interface-Elemente wurden mithilfe der Javascript-Bibliotheken JQuery und D3 umgesetzt.

Dies ist ein Projekt von Jan-Erik Stange, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Urban Complexity Lab der Fachhochschule Potsdam. Jan-Erik Stange ist Gewinner eines der neun im Rahmen der Tagung an junge WissenschaftlerInnen vergebenen Reisestipendien. Alle Stipendiaten wurden aufgefordert, einen Bericht der Konferenz anzufertigen. Diese Website ist der Versuch, auf visuelle Weise, basierend auf Daten, über die Tagung zu berichten.
Fragen, Anregungen und Kritik richten Sie bitte an stange@fh-potsdam.de.